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Mobilfunkrechnung von 1600 Euro auf 3,83 Euro gekürzt


Die Abrechnung von Datenverbindungen bringt in einigen Fällen auch immer wieder Probleme mit sich. Gerade bei Alt-Tarifen ohne Flatrates können bereits kurze Datenverbindungen hohe Kosten auflaufen, denn die älteren Tarife rechnen je nach Anbieter noch mit bis zu 20 Euro pro Megabyte Datenverbrauch ab. Moderne Prepaid Tarife liegen dagegen bei 24 Cent pro Megabyte.

Das Landgericht Arnsberg (Aktenzeichen: I-3 S 155/10) hatte einen solchen Fall zu entscheiden. Streitgegenstand war eine Handyrechnung über 1.600 Euro, die in erster Linie durch die Datenübertragung so hoch war.

Das Urteil fiel kundenfreundlich aus: die Arnsberger Richter kürzten den Rechnungsbetrag um das gesamte Datenvolumen. Von den 1.600 Euro blieben nur 3.83 Euro für getätigte Gespräche und SMS übrig.

Grundlage für diese Entscheidung war die Art der Datenabrechnung. Dabei wurde betont, dass die Abrechnung nach Datenvolumen zwar zulässig sein, die Art der Dokumentation aber keine Transparenz zuließe. Auf der Rechnung tauchten nur die Zeitpunkte der Verbindungen mit dem pauschalen Hinweis auf die Datennutzung auf. Es ließ sich im Nachhinein nicht feststellen, welche Seiten genutzt oder welche Dienst angefordert wurden. So ließ sich auch nicht mehr zuordnen ob die Verbindungen durch den Nutzer selbst oder beispielsweise durch das Handy (oder eine App) aktiviert wurden.

Auf http://www.rakotz.de führt man dazu aus:

… Ist eine Mobilfunkrechnung hinsichtlich der Internetnutzung nach Datenvolumen nicht nachvollziehbar, da diese nur Einzelverbindungen ausweist und für die Datenverbindungen nur Zeitangaben und immer dieselbe Formulierung, so kann das beweispflichtige Mobilfunkunternehmen nicht den Nachweis führen, dass der Mobilfunkkunde tatsächlich die in Rechnung gestellten Verbindungen getätigt hat …

Das Urteil dürfte nicht nur für den Einzelfall Auswirkungen haben, denn diese Art der volumenbasierten Abrechnung mit pauschalen Angaben im Einzelverbindungsnachweis gibt es bei fast allen Anbietern mit Abrechnung nach Volumen. Für die Zukunft wird es daher interessant werden zu sehen wie die Anbieter reagieren: Wird der Einzelverbindungsnachweis umgestellt und detallierter aufgeführt oder werden nun endlich Sperrsysteme eingebaut die Kunden (und Anbieter) vor so hohen Kosten bereits im Vorfeld schützen.

Auf der sicheren Seiten sind auf jeden Fall alle Kunden, die bereits mit einer Datenflatrate arbeiten. Kleinere Flatrates gibt es bereits für weniger als 10 Euro monatlich. Dann können auch Apps oder Aktualisierung so viel Daten im Internet anfordern wie sie wollen, der Rechnungsbetrag bleibt gleich.



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