“Stille SMS” – wenn der Staat weiß wo du bist

0
5

Handyortung, Handytracker – diese Begriffe kennt man in erster Linie aus der Werbung der Handy-Abo Anbieter. Dort wird in der Regel im Kleingedruckten angegeben, dass der Service nur funktioniert, wenn der Überwachte eingewilligt hat. Ohne eine solche Einwilligung kann und darf die Überwachung nicht stattfinden. Zumindest auf privater Ebene, denn der Staat und die staatlichen Behörden, wie Polizei, Zoll und Verfassungsschutz haben per Gesetz weitreichende Überwachungsbefugnisse zugeschrieben bekommen, die kaum ein Nutzer kennt.

So dürfen die Behörden mittlerweile von den Providern auch die Standortdaten eines Handys erfragen. Dazu wird ein ortungsimpuls (eine sogenannte “stille SMS”) an das Handy gesendet, dass dann Verbindung aufnimmt. Über die Zuordnung der Funkzelle kann man anhand dieser Ortung auf wenige Meter genau bestimmen, wo sich ein Überwachter gerade aufhält. Eine Funkzelle kann dabei (je nach Topografie) mehrere hundert Meter groß sein, so dass man den Ort nicht absolut genau bestimmen kann. Für eine ungefähre Angabe sowie die Erstellung eines Bewegungsprofiles reicht es aber auf jeden Fall.

Die Behörden nutzen diese Möglichkeiten massiv aus. Allein im Jahr 2010 wurden 255.874 stille SMS durch die Polizei verschickt. Das Bundeskriminalamt (BKA) nutzte diese Möglichkeit 96.314 Mal, das Bundesamt für Verfassungsschutz 107.852 Mal und die Zollfahndungsbehörden verschickten sogar 236.617 Ortungsimpulse. Für 2011 liegen noch keine Zahlen vor aber es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Abfragen nach unten verändert haben.

Handys sind damit also eine gute Möglichkeit geworden, Nutzer zu überwachen und auszuspionieren. Die gesetzlichen Regelungen scheinen dabei wieder einmal nicht mit den technischen Möglichkeiten Schritt zu halten. Die Politik hat es in den letzten Jahren versäumt die Befugnisse in diesem Bereich klar zu regeln.

Wer d Überwachung auf diese Art und Weise entgehen will, muss das Handy im übrigen komplett deaktivieren. Dazu reicht es nicht, das Gerät nur auszuschalten, es darf keine Simkarte im Gerät sein oder zumindest der Akku muss entfernt werden.

http://taz.de/Handyueberwachung-per-Kurzmitteilung/!84747/

Hat Ihnen der Artikel weitergeholfen? Dann würden wir uns über eine Bewertung dieses Beitrags freuen:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bisher noch keine Bewertungen)
Loading...

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here